„Plastic Pirates“ verlängert Mission



Aktionszeitraum der länderübergreifenden Citizen-Science-Aktion „Plastic Pirates – Go Europe!“ bis zum 30. November 2020 ausgeweitet

Von Dornum bis Dachau, von Grundschule bis Berufskolleg – seit vier Wochen sind hunderte Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren deutschlandweit als „Plastic Pirates“ unterwegs und erforschen die Plastikverschmutzung an Fließgewässern. Rund 500 Pakete mit Aktionsmaterialien und über 130 Mikroplastik-Netze wurden seither verschickt. Gruppen aus allen 16 Bundesländern sind beteiligt. Die gesammelten Daten werden von der Kieler Forschungswerkstatt ausgewertet. Erste Ergebnisse des aktuellen Aktionszeitraums sind bereits auf der Online-Karte unter plastic-pirates.eu sichtbar.

Die hohe Resonanz auf die länderübergreifende Citizen-Science-Aktion „Plastic Pirates ­­– Go Europe!“ spiegelt die gesellschaftliche Relevanz der Themen Plastikmüll und Umweltschutz wider. Nun haben Schulen und Vereine zwei Wochen länger Zeit, sich an dem Projekt, das von den Forschungsministerien Deutschlands, Portugals und Sloweniens initiiert ist, zu beteiligen. Das gibt allen Interessierten, die die Aktion bedingt durch die Corona-Pandemie verschieben oder ausfallen lassen mussten, die Möglichkeit, diese nachzuholen. Bis zum 30. November können Jugendliche Daten an den Gewässern ihres Wohnortes sammeln und zur weiteren Auswertung einreichen.Lehr- und Arbeitsmaterialien zur Aktion können ebenfalls weiterhin kostenfrei bestellt werden.

„Es fühlt sich gut an, schon als Jugendlicher etwas für die große Wissenschaft zu tun und denen unter die Arme zu greifen. Und es hat auch sehr viel Spaß gemacht, die ganze Aktion“, so der 15-jährige Schüler Nicolas aus München, der als „Plastic Pirate“ mitgeforscht hat. Auch der länderübergreifende Charakter der Aktion motiviert zur Teilnahme: „Dass die Menschen Müll in den Fluss schmeißen, das ist ja nicht nur ein deutsches Problem. Das ist ja ein globales Problem, das passiert ja auf der ganzen Welt. Und deswegen finde ich es richtig, dass auch Menschen in Portugal und Slowenien an dieser Aktion teilnehmen“, so Nicolas.

Über die Aktion
„Plastic Pirates – Go Europe!“ ist eine länderübergreifende Citizen-Science-Aktion der Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsministerien Deutschlands, Portugals und Sloweniens und findet im Rahmen ihrer Trio-Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union statt. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung und den Schutz von Flüssen als natürliche Ressourcen zu stärken und den Mehrwert internationaler Forschungszusammenarbeit hervorzuheben.

Die Aktion ruft Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren dazu auf, sich mit dem Thema Plastikmüll in der Umwelt – insbesondere in und an Gewässern unterschiedlicher Art – auseinanderzusetzen. Die begleitenden Lehr- und Arbeitsmaterialien sowie das Aktionsheft führen durch die Aktion und sind kostenfrei bestellbar. Der erste Aktionszeitraum läuft bis 30. November 2020. Der nächste Aktionszeitraum beginnt im Frühjahr 2021.

Um den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen der Aktion in den Fokus zu stellen, führt die Ruhr-Universität Bochum (Lehrstuhl für Lehr-Lernforschung) zudem eine Begleitforschung durch. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie wirkt die Aktion „Plastic Pirates – Go Europe!“, für wen funktioniert sie, unter welchen Bedingungen und in welchem Umfang?