Demokratie und Toleranz im Fokus

Schülersprecherinnen und -sprecher tauschen sich im Landratsamt Neu-Ulm aus

Zur ersten Schülersprecherversammlung im neuen Schuljahr luden jetzt die Bildungsregion im Landkreis Neu-Ulm und der Kreisjugendpfleger ein. Dabei begrüßte Landrätin Eva Treu zahlreiche neue Gesichter. Zwei Mal pro Schuljahr laden die Bildungsregion und der Kreisjugendpfleger die Vertreterinnen und Vertreter der weiterführenden Schulen zu dem Treffen ein. Dabei sprechen sie über aktuelle Punkte, die sie beschäftigen, tauschen sich untereinander aus und befassen sich mit einem Schwerpunktthema, das sie selbst gewählt haben. Dieses Mal ging es um (Antimuslimischen) Rassismus, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Diskriminierung und Vorurteile. Hierfür waren die Regionalbeauftragten für Demokratie und Toleranz der Staatlichen Schulberatungsstelle Schwaben zu Gast.

„Was sind Gründe für Diskriminierung? Welche Erkennungszeichen und rechten Codes gibt es? Wie geht man an der Schule damit um, wenn ein solcher Fall eintritt?“ Auf diese und weitere Fragen ging Alfred Klöck von der Staatlichen Schulberatungsstelle Schwaben in seinem Impulsvortrag ein. Im Anschluss waren die Schülerinnen und Schüler in einer Gruppenarbeit gefordert, bei der sie unter anderem das eben Gehörte anwenden konnten. So wurde in einem Fallbeispiel davon ausgegangen, dass ein Mitschüler ein
T-Shirt mit einem extremistischen Spruch bzw. Hintergrund trägt. Die Schülerinnen und Schüler tauschten sich darüber aus, wie man mit einer solchen Situation umgeht und entwickelten Ideen, um die Mitschülerinnen und Mitschüler für solche Themen zu sensibilisieren. Einig waren sich alle darin, den Schüler erst mal auf sein T-Shirt anzusprechen und ob er sich überhaupt bewusst ist, was er da trägt und dass er damit andere Menschen diskriminiert. Das persönliche Gespräch sowie aufzuklären und zu überzeugen stand damit für alle im Fokus. Sollten weitere Schritte notwendig sein, könnte man die jeweilige Schülervertretung oder (Vertrauens)Lehrer einschalten sowie die Eltern informieren.

Dass sich die Schulen bereits mit dem Thema auseinandersetzen, zeigt zudem, dass zahlreiche Schulen im Landkreis das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ besitzen und Angebote und Aktionen dazu umsetzen. Dabei handelt es sich um ein bundesweites Schulnetzwerk der Aktion Courage.

Über das große Interesse und die Beteiligung an der Schülersprecherversammlung freute sich Landrätin Eva Treu: „Es ist nicht selbstverständlich, sich als Schülersprecherin oder Schülersprecher zur Verfügung zu stellen und sich dafür Zeit zu nehmen. Deshalb finde ich es super, dass Ihr Euch so engagiert und auch heute hier seid, um Eure Schulen zu vertreten, Eure Anregungen einzubringen und Ideen mitzunehmen.“

Die nächste Schülersprecherversammlung im Landratsamt findet im zweiten Schulhalbjahr statt. Als Schwerpunktthema haben die Schülerinnen und Schüler mehrheitlich „Cannabis/Illegale Drogen“ gewählt.